Reiseberichte 2020 erreichten uns naturgemäß nicht viele. Einen möchten wir nicht vorenthalten:

Reisebericht Juli/August 2020 zur Masurischen Seenplatte mit Schiff und Bike

Als wir nach zwölfstündiger Fahrt mit dem PKW von Ihlienworth, einem Ort nahe Cuxhaven, abends in Piaski am Beldahn-See ankamen, erwartete uns eine freundliche Aufnahme in einem komfortablen Drei-Sterne-Hotel.

Am nächsten Tag fuhren wir nach Nikolaiken, um an Bord eines kleinen, aber feinen Fahrgastschiffes, der „Classic Lady“ zu gehen. Von hier aus brachen wir nach einem reichhaltigen Frühstück an Bord zu Tagestouren auf, entweder mit dem Fahrrad, oder teilweise mit dem Schiff. Abends hatten wir nach interessanten Ausflügen genug Zeit, uns zu einem oppulenten Vier-Gänge-Menue an Bord einzufinden. Wir fragen uns heute noch, wie der Koch in seiner kleinen Kombüse für dreißig Reisende solch ein Essen zaubern konnte. Es gab regionale deftige Gerichte, aber auch raffinierte Kreationen, immer eingeläutet von zwei Suppen aus dem reichhaltigen Repertoire in Masuren. Es gab jeden Tag zwei Salate, viel Fisch und leckeren Nachtisch, manchmal auch Kuchen, wie es in Masuren üblich ist. An einem schönen Sommerabend wurden an Land polnische Würste und Steaks gegrillt, nicht ohne vorher einen großen Topf mit „Bigos“ verzehrt zu haben.

Zu jedem Essen konnte man unter anderem ein kühles polnisches Tyskie genießen, um dann an Deck bei imposantem Abendrot noch einen masurischen Bärenfang zu sich zu nehmen. Der Service an Bord ist durchaus vergleichbar mit den Annehmlichkeiten eines kleinen Kreuzfahrtschiffes. Es gab sogar ein Mini-Käpt`ns-Diner und eine dekorative „Überraschung“ mit Wunderkerzen, und jeden Abend nach dem Essen Wissenswertes aus Masuren, vorgetragen von den Guides. Die Kabinen und das Minibad sind zwar eng, aber es lässt sich bequem schlafen.

Die Fahrradtouren für je 15 Personen wurden geführt von erfahrenen Guides, die auch imstande waren, schnell eine kleine Panne zu beheben. Beide Herren waren ortskundig und versiert, sodass wir viele Sehenswürdigkeiten, wichtige geschichtliche Plätze, aber auch landschaftlich interessante Punkte immer mit den nötigen Informationen versehen bekamen. Pausen gab es genug, und auch Badestellen wurden aufgesucht.

Die Routen waren zwischen 15 und 65 km lang, immer mit Pausen versehen. Die geliehenen Fahrräder waren in einem guten Zustand, man konnte zwischen Pedelec und Treckingrad wählen. Wir waren aber froh, unsere eigenen Fahrräder mitgenommen zu haben, denn wer die ausgebauten Feld- und Fahrradwege im norddeutschen Flachland gewöhnt ist, muss sich erst auf Schotter- und Sandwege einstellen, und tut gut daran, nicht erst noch ein fremdes Rad kennenzulernen. Manche Strecken verbreiteten einen Hauch von Abenteuer, aber wir haben alles gut überstanden und unsere Fahrräder auch. Pedelecs sind dringend zu empfehlen! Wir fuhren durch landschaftlich wunderschöne Gegenden, unter alten Alleen und durch malerische Dörfer, wo man glaubte, die Zeit wäre stehengeblieben.

Nach einer Woche machten wir noch für zwei Tage Station in Warschau, auch hier in einem sehr komfortablen Vier-Sterne-Hotel. Eine sehr interessante moderne Großstadt an der Weichsel, wobei wir leider nicht bedacht hatten, dass wir am polnischen Nationalfeiertag angereist waren und man um uns herum mit viel logistischem Aufwand dem Warschauer Aufstand im zweiten Weltkrieg gedachte. Hier fühlten wir uns völlig fehl am Platze, sodass wir noch die Annehmlichkeiten in unserem Hotelrestaurant genießen konnten.

Am Morgen des zehnten Tages brachten uns zehn Stunden Autobahnkilometer wieder nach Hause an die Nordsee.

Alles in allem eine gelungene Reise, die wir gerne an Fahrradfreunde weiterempfehlen!

Viele Grüße  Rita und Egon L.

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